Diagnose einer Parodontose
Diagnose einer Gingivitis
Um eine Zahnfleischentzündung (Gingivitis) zu diagnostizieren, wird zunächst das Zahnfleisch auf seine Farbe untersucht. Gesundes Zahnfleisch ist blass-rosa, eine Rotfärbung hingegen ist ein Hinweis für eine Entzündung. Ein weiteres charakteristisches Merkmal von Entzündungen ist die Entstehung von Schwellungen, die sich dem Zahnarzt insbesondere an den Zahnrändern durch die Bildung sogenannter Pseudozahntaschen zeigen. Es wird zudem überprüft, ob Plaque vorliegt, da sie Anzeichen einer Bakterienvermehrung in der Mundhöhle ist. Beim Test der Zahnfleischfestigkeit mit einer Sonde wird zudem auf den Druck hin das Zahnfleisch aufgrund der Entzündung zu bluten beginnen. Um festzustellen, ob sich aus einer Gingivitis bereits eine Parodontitis entwickelt hat, sind weitere Untersuchungen notwendig.
Diagnose einer Parodontitis
Der Zahnarzt wird im Gespräch Risikofaktoren des Patienten prüfen. Dies kann beispielsweise eine bestehende Immunschwäche, Rauchen, die Einnahme bestimmter, das Immunsystem beeinflussender Medikamente oder ein häufiges Auftreten einer Parodontitis in der Familie sein (genetische Prädisposition). Das Zahnfleisch des Patienten wird mit einer sog. WHO-Sonde auf die Bildung echter Zahntaschen untersucht. Diese sind dadurch gekennzeichnet, dass sie nicht wie die Pseudozahntaschen durch eine Schwellung entstehen, sondern durch Schwund des Zahnhalteapparates. Es wird an bis zu sechs Stellen eines jeden Zahnes bestimmt, wie tief die Zahnfleischtaschen sind. Eine Tiefe von bis zu 3,5 Millimetern gilt als normal, ein größerer Wert deutet auf eine Erkrankung hin.
Unter Einbeziehung weiterer Parameter, wie der Neigung zum Zahnfleischbluten während der Sondierung, dem Vorhandensein von Plaque und Zahnstein sowie überstehender Kronen- oder Füllungsränder, wird ein sogenannter PSI-Wert ermittelt. PSI steht für Parodontaler Screening Index. Auf einer Skala von 0 bis 4 werden folgende Einteilungen vorgenommen:
- PSI-Wert 0: Keine Entzündung, kein Zahnstein oder überhängende Füllungs- und Kronenränder diagnostiziert.
- PSI-Wert 1: Bei der Sondierung tritt Zahnfleischbluten auf.
- PSI-Wert 2: Bei der Sondierung tritt Zahnfleischbluten auf, Plaque befindet sich ober- oder unterhalb des Zahnfleischsaums, es hat sich Zahnstein gebildet und/oder es gibt überhängende Füllungs- und Kronenränder.
- PSI-Wert 3: Die Zahntaschen haben eine Tiefe von 3,5 bis 5,5 Millimetern.
- PSI-Wert 4: Die Zahntaschen sind tiefer als 5,5 Millimeter.
PSI-Werte von 3 und 4 zeigen eine Parodontitis an. Um in diesem Falle abzuklären, ob bereits ein Knochenschwund eingesetzt hat, wird ein Röntgenbild angefertigt. Neben der klassischen WHO-Sonde gibt es elektronische Sonden zur Bestimmung der Zahntaschentiefe. Ihr Einsatz liefert genauere Ergebnisse, allerdings dauert die Messung entsprechend länger.
Diagnose einer Parodontosis
Eine Parodontosis wird anhand des Zahnfleischschwundes diagnostiziert, der im Gegensatz zur Parodontitis ohne Entzündungszeichen wie Rötung, Schwellung und Blutung auftritt. Der Knochenschwund kann röntgenologisch dargestellt werden.
Lydia Köper
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